Tee Blog des Hamburger Teespeichers

Archiv für die Kategorie ‘Taiwanreise Oktober 2011’

Produktion des Langnasenoolongs, Teil 3 (zweiter Tag)

Mittwoch, 7.12.2011

Als wir mehr oder weniger ausgeruht am nächsten Morgen zum Teebauern zurückkehrten, war die Arbeit schon im vollen Gange.

Die Teamaker waren schon dabei, die Enzyme, die die Fermentation bewirkt haben, zu deaktivieren. Dies geschieht mittels elektrisch auf 300°C beheizter Trommeln, in denen die Blätter ca. vier Minuten lang in ihrer eigenen, nun verdampfenden Feuchtigkeit “gekocht” werden. Die Blätter sind für diesen Vorgang bereit, wenn sie zu ca. 30 % rot gefärbt sind.

Nun werden die Blätter vorgerollt um ihren Geschmack zu verfeinern und sie von den langen Stielen zu lösen. Auch werden sie hierbei schon etwas in ihre spätere Form gebracht.

Im Anschluss werden die Teeblätter getrocknet. Sie durchlaufen dafür auf einem Förderband langsam eine Trocknungsmaschine.

An dieser Stelle könnte man die Oolongproduktion theoretisch abbrechen. Wir möchten aber zum Einen einen kugeligen Oolong haben und zum Anderen ist der Geschmack jetzt noch sehr grünteeartig und entspricht dem Mainstream-Geschmack. Da wir aber einen Spitzenoolong herstellen möchten, geht es noch weiter.

Der Tee kommt nun wieder in die Trommeln zum Auflockern und wird dann in ein Tuch gefüllt.

Das Tuch wiederum kommt in einen reißfesten Nylonsack.

Diese Säcke werden sehr fest verschlossen. Die Maschine dreht hierfür den Sack und der Teamaker muss sich mit seinem ganzen Gewicht dagegen stemmen und den Strang festhalten. So wird der Tee immer weiter komprimiert.

Der Sack kommt nun für ca. 8 bis 9 Minuten in eine Rollmaschine. Hierbei bekommt das anfangs noch offene Blatt langsam seine Kugelform.

Anschließend werden die Blätter wieder aus dem Sack geholt und zum Lockern in die Trommel gegeben. Dann kommen sie wieder in den Sack und werden erneut gerollt. Dieser Vorgang wird insgesamt 21 mal durchgeführt und der Tee anschließend bei 100°C getrocknet.

Dieser Vorgang ist Schwerstarbeit! Jede Kugel wiegt ca. 35 Taiwankilo, also ungefähr 21 unserer Kilo und durchläuft wie gesagt den Prozess 21 mal. Es dauert Stunden, bis die ganze Ernte auf diese Weise bearbeitet wurde.

An dieser Stelle verließen wir die Produktion. Ohne uns wurden noch die Stängel aus dem Blattgut sortiert. Nach einigen Tagen Ruhen wurde der Tee nach Taipeh gebracht, wo ihn unser Teemeister selber geröstet hat. Nach einigen Proberöstungen und anschließendem Degustieren wurde der Tee acht Stunden lang bei 108°C geröstet. Die Röstdauer hängt vom Duft ab, drei bis vier Stunden sind aber das Minimum. Nach dem Rösten wird der Tee süßer und geschmeidiger und der Aufguss intensiver.

Unser Langnasentee ist ein sehr gut lagerbarer Oolong geworden, der nach Einschätzung des Teemeister seine volle Trinkreife in ca. 3 bis 5 Jahren erreicht haben wird.

Aus ungefähr 450 kg frisch gepflückten Blättern sind 72kg fertiger Tee geworden. Der Tee hat hierfür ca. 75 % seiner Feuchtigkeit verloren, der restliche Gewichtsverlust lässt sich auf das Aussortieren der Stängel und Blattschnipsel zurückführen.

Und so sieht das Ergebnis aus:

No.721 Langnasenoolong

Produktion des Langnasenoolongs, Teil 2

Dienstag, 6.12.2011

Nach dem Welken in der Sonne werden die Teeblätter zum Abkühlen in die Halle gebracht.

Da die Klimaanlage läuft, müssen sie nicht allzu dünn ausgebreitet werden.

Nach ca. zweieinhalb Stunden werden die Blätter auf Bambustabletts geschichtet:

Nach einiger Zeit ist ein Wenden der Blätter nötig, da die unten liegenden sonst zu warm werden würden.

Wie man ganz gut sehen kann, müssen die Blätter wirklich locker liegen, damit es keinen Wärmestau gibt.

Während die Blätter ruhen, gibt es für die fleißigen Arbeiter eine Stärkung:

Normalerweise verarbeiten übrigens drei Arbeiter die doppelte Menge von dem, was wir mit über 20 Leuten geschafft haben…

Um ca. 22.30 Uhr kehren wir nach kurzem Frischmachen in der Herberge zum Teebauern zurück. Mittlerweile duftet das Blatt nach der Longanfrucht und zeigt damit an, dass das Welken gestoppt werden kann. Dies geschieht mittels Bambustrommeln, in die die Teeblätter gefüllt werden.

Die Trommeln werden zum Rotieren gebracht, in unserem Fall jeweils ca. 45 Minuten lang, und die Blattränder werden durch die Reibung aufgebrochen, so dass die Fermentation beginnt. Außerdem wird die Feuchtigkeit wieder im gesamten Zweig verteilt, was man anschaulich illustrieren kann:

Blatt nach dem Welken, aber vor dem Schütteln:

Und so sieht derselbe Zweig nach etwas längeren Schütteln aus (bis auf die Spitze hat er sich wieder weit aufgerichtet):

Außerdem fallen beim Schütteln die durch die Maschinenerntung teilweise zerrissenen Blätter durch die Maschen, weshalb man speziell für maschinengeernteten Tee vorgesehene Bambustrommeln verwendet.

Nach diesem Schütteln wird der Tee wieder auf die Bambuskörbe gefüllt – hoch aber sehr locker – mit einem Loch in der Mitte, damit die bei der Fermentation entstehende Wärme entweichen kann.

So sieht das Blattgut nun aus.

Und natürlich werden die Trommeln zum Schluss gründlich gereinigt:

Die drei Damen vom Grill

Nun hat der Tee ca. sieben Stunden Zeit zum Fermentieren und wir für ein kurzes Nickerchen.

Üblich sind bei modernen Teeherstellungsmethoden Fermentationszeiten von zwei Stunden. Das spart Zeit, aber der Tee wird adstringierend und nicht geschmeidig. Von solch einem Tee kann man leicht Magenschmerzen bekommen, weil ihm nicht genügend Zeit gegeben wurde.

Aber auch unsere sieben Stunden sind natürlich nicht immer optimal. Es gilt die Lufttemperatur, die Art des Blattes, die Luftfeuchtigkeit etc. zu beobachten und dann die richtige Dauer zu wählen. Hier wird wieder einmal deutlich, warum die Erfahrung der Teebauern so unglaublich wichtig ist.

Produktion des Langnasenoolongs am 12. und 13. Oktober 2011 – das Sonnenwelken

Dienstag, 6.12.2011

Wir möchten Ihnen anhand unserer No.721, dem Formosa Mingjian Da Bi Zi Langnasenoolong, exemplarisch die Oolongproduktion vorstellen.

Natürlich gibt es in jedem Anbaugebiet Besonderheiten und auch jeder Teebauer hat seine eigene Vorgehensweise, aber die grundsätzlichen Schritte kann man hier gut nachvollziehen.

Der Startschuss fiel natürlich beim Pflücken. Wir waren bisher immer davon ausgegangen, dass eine Handpflückung ohne Einschränkung optimal ist, wurden nun aber eines Besseren belehrt. Da der ideale Pflückzeitpunkt vom tageszeitbedingten Wasserstand in der Pflanze abhängt, ist ein möglichst kurzer Pflückzeitraum das Beste. So ist der Feuchtigkeitsgehalt zu hoch, wenn der Tee vor zehn Uhr morgens gepflückt wird. Nach 15 Uhr wiederum ist zwar die Feuchtigkeit der Nacht weg, die Pflanze zieht aber aus dem Boden schon wieder viel Wasser und zusätzlich reicht das verbleibende Sonnenlicht nicht mehr für das anschließende Welken. Da die Handpflückung so lange dauert, würde man also zwangsläufig nicht optimales und außerdem sehr unterschiedliches Blattgut verarbeiten. Das Aussehen des Tees würde dann zwar schön sein, der Geschmack würde aber darunter leiden. Bei der Maschinenpflückung haben wir in unserem Fall den optimalen Zeitraum abgepasst, nämlich zwischen 12 und 13.30 Uhr, und die nicht so schönen, mitgeernteten Stängel und halben Blätter werden im weiteren Produktionsprozess aussortiert, wie wir gleich noch sehen werden. Geerntet wurde von der Sijichun-Teepflanze.

Auch wenn es erst anders aussah, herrschte am Erntetag perfektes Teewetter, nämlich nicht zu starker Sonnenschein bei ca. 30° Celsius und leichtem Wind.

Anschließend wurde der Tee zur Tee”fabrik” gebracht und draußen zum Welken auf großen Laken ausgebreitet. Wäre es draußen zu feucht gewesen, hätten die Blätter auch drinnen mittels heißer Luft zum Welken gebracht werden können, dies wäre aber zu Lasten des Geschmacks gegangen.

Man muss darauf achten, dass das Welken lange genug andauert, denn die Blätter denken sozusagen, dass sie noch nicht gepflückt wurden und alle Prozesse, die am Strauch stattfinden, laufen auch beim Pflückgut ab. Hätte man also das Welken zu früh abgebrochen, weil die Blätter schlaff erschienen, würde das Wasser am späten Nachmittag – wie an der Pflanze auch – aus dem Stängel wieder in die Blätter ziehen und diese wieder knackiger machen. Sie ließen sich dann nicht mehr gut verarbeiten und zudem wäre der Geschmack grasig.

Die Blätter verlieren ihre Feuchtigkeit nicht über die verletzten Stängel sondern über ihre Ränder und Unterseiten. Ältere Blätter haben größere Poren um das Wasser auszuscheiden und enthalten auch nicht so viel Feuchtigkeit. Ganz junge Blätter enthalten viel Feuchtigkeit, können sie aber über ihre verhältnismäßig kleinen Öffnungen nur sehr langsam abgeben. Aus diesem Grund kann man aus ausschließlich jungen Blättern keinen guten Oolong machen.

Wir Europäer verbreiten wohlgeordnetes Chaos.

Wenn der Sonnenschein zu stark gewesen wäre, hätte man den Platz auch mit Netzen beschatten können:

Ein Kamerateam war von den teebegeisterten Europäern fasziniert und bat zum Interview:

Um ein gleichmäßiges Welken des gesamten Blattgutes zu gewährleisten, wird der Tee einmal gewendet.

Zwei haben sich vor lauter Enthusiasmus den Rückweg abgeschnitten...

Die Blätter sehen schon schlaffer aus:

Nach knapp zwei Stunden haben die Blätter genau die richtige Beschaffenheit. Sie hängen leicht herunter, sehen matt aus und wenn man sie drückt, zerbrechen sie nicht mehr und der Stängel ist leicht faltig geworden.

Nach dem Welken in der Sonne werden die Blätter zum Abkühlen in die Halle gebracht.

Weiter geht’s im nächsten Blogbeitrag!

Teestecklinge

Montag, 24.10.2011

Wir haben sowohl vom Jinxuan als auch vom Shuixian Oolong einen Ast mitgebracht und heute Stecklinge davon gemacht.

Hoffentlich wachsen sie an, auch wenn es unser erster Versuch ist und der lange Transport stressig für sie war.

Eine Liebeserklärung an Taiwan

Montag, 24.10.2011

Liebe Teefreunde,

wir sind wieder in Deutschland angekommen.

Bei so einem langen Rückflug hat man sehr viel Zeit die letzten 2 Wochen Revue passieren zu lassen. Durch unsere Chinareise im letzten Jahr hatte wir ja schon eine Idee, wie es in Taiwan werden könnte. Doch ich muss sagen, dass ich mich total getäuscht habe.  Taiwan ist ganz anders als Festlandchina. Die Taiwanesen habe eine wundervolle Art mit den Besuchern ihres Landes umzugehen. Die Leute sind mehr als freundlich und hilfsbereit, auch wenn sie kein Englisch verstehen. Sie freuen sich aber ein Loch in den Bauch, wenn sie merken, dass man ein paar Brocken Chinesisch kann.

Ich habe jetzt durch die Teereise viel von Land und Leuten gesehen und kann nur sagen, dass ich mein Herz komplett an Taiwan verloren habe. Es ist ein tolles Land und ich kann nur jedem empfehlen dieses kleine Paradies mal zu besuchen.

In der Nähe des Sonne-Mond-Sees

Köstlichkeiten vom Straßenstand

Sonne-Mond-See

Die Natur holt sich alles zurück

Leider habe ich den Namen dieser tollen Blume vergessen

Malerischer Ausblick im Hochland

Brandung in Shimen

Ach, hätten wir hier doch auch so eine Obstvielfalt!

Der 101 bei Nacht

Ausblick von Muzha Richtung Taipeh

Aber jetzt muss ich mich erst einmal wieder an die Temperaturen bei uns gewöhnen. Dabei wird mir sicher gleich ein gute Tasse helfen.

Fotos unserer Stein- und Oolongkanne

Donnerstag, 20.10.2011

Hier die gewünschten Fotos von unserer Steinkanne.

Steinkanne

Signatur

Sie ist wirklich etwas ganz besonderes :-) . Dunkler Stein aus Taiwan (Gui Jia Xin Shi), von Meisterhand zu einem Kunstwerk vollendet.

Ich freue mich jetzt schon, die Kanne in Hamburg richtig einweihen zu können, am besten mit unserem Langnasenoolong :-) . Ich habe lange überlegt, ob ich sie kaufen soll, aber die Tees schmecken aus der richtigen Kanne einfach am Besten.

Ich würde immer empfehlen sich eine gesonderte Oolongkanne zuzulegen. Aber eigentlich reichen die klassischen chinesischen Oolongkannen für den Hausgebrauch aus. Wir werden einige Exemplare mit nach Hamburg bringen für unsere Kunden. Sollte jemand spezielles Interesse haben, bitte bei uns melden, da wir sie wahrscheinlich nicht in den Onlineshop stellen werden, da wir alles Einzelstücke eingekauft haben.

Tonkanne

Zu Besuch bei Meister Zhou Yu

Montag, 17.10.2011

Wir sind hier richtig berühmt geworden. Wir sind nicht nur im Fernsehen gewesen (daher kannten uns ja die Teepflückerinnen vor ein paar Tagen), in einer der großen Tageszeitungen gibt es auch einen Artikel mit Foto.

Kristina in der Zeitung

Auf Taiwan interessiert man sich sehr für die Langnasen aus acht verschiedenen Ländern, die soviel über Tee wissen wollen und dafür so weit reisen. Dem Journalisten fiel auf, dass im Gegensatz hierzu ein großer Teil der Taiwanesen nicht viel über Tee weiß… Aber es hat ja auch nicht jeder Deutsche Ahnung von Bier.

Wir waren heute im Wistaria Teehaus in Taipeh bei Meister Zhou Yu, einer Legende in der Teewelt.

Zhou Yu

Mich hat selten jemand so beeindruckt durch seine Art und wunderbare Ausstrahlung wie er. Er ist nicht nur ein exzellenter Teekenner, nein er ist einfach ein wunderbarer Philosoph, der wohl etwas spektisch vor unserem Besuch gewesen ist, dann aber erfreut war, als er erkannte, dass wir den Weg des Tees gehen. Er hat sich dann sehr viel Zeit genommen um  jedem noch eine persönliche Kalligraphie zu erstellen und zu schenken.

Die Ruhe ist wie ein klarer, tiefer See.

Wir durften mit ihm als Besonderheit einen Pu Er aus dem Jahre 1960 verkosten. Der Tee hat diesen Besuch, der leider nach drei Stunden zu Ende war, vollkommen gemacht.

Henning macht die Fotos, deshalb ist immer nur Kristina zu sehen...

Am Nachmittag waren wir bei unserem Meister Atong, der uns unseren wunderbaren Langnasen-Oolong 2011 hat kosten lassen, den er am Abend zuvor bis 22 Uhr fertig geröstet hat. Ein wunderbarer Tee, für den sich die Mühe gelohnt hat!

Der Lehrer und seine Schülerin - die Stimmung ist gut :-)

Da wir schon viel zu viel eingekauft und somit Übergepäck haben, wird der Tee bald zu uns nach Hamburg verschickt, so dass auch andere unseren Teeerfolg mit verkosten können. Da er sowieso noch einige Wochen Lagerung braucht, bis er richtig schmeckt, warten wir den Versand auch noch gerne ab.

Der Langnasenoolong wartet auf die Verkostung

Da es schon wieder kurz nach Mitternacht ist, werde ich enden mit meinem Bericht und hoffe, Sie hatten viel Spaß beim Lesen.

Schönen Gruß aus dem wunderbaren Taiwan

Kristina & Hennning Schmidt

Super Teekannen aus Yingge und Pu Er-Seminar

Sonntag, 16.10.2011

Liebe Teefreunde,

heute morgen sind wir nach Yingge gefahren, ca. 1  Stunde mit dem Bus von Taipeh aus. Wir haben hier verschiedene  Kannenmeister besucht und wurden in die Geheimisse ihrer Künste ein kleines Bisschen eingeweiht.

So durften wir uns die Ausstellung eines national und international vielfach ausgezeichneten Porzellankünstlers ansehen – natürlich mit ausführlicher Erklärung. Wir werden auch einige Stücke für unsere Geschäfte mitbringen.

In der Porzellanwerkstatt

Die Kunstwerke werden aus dem Brennofen geholt

Der Meister hat extra wegen uns gestern einige Stücke gebrannt, damit wir dabei sein konnten, wenn der Ofen wieder geöffnet wird.

Da sich die Vasen, Schalen usw. während des Brennens natürlich verändern, ist dieser Moment für ihn immer ein ganz besonderer. Die Enttäuschung aber auch die Freude sind hier sehr groß.

Wir werden aber auch ein paar andere, schöne Stücke aus Ton und Porzellan (Oolongkännchen und Schalen) mit nach Hamburg bringen.

Nach einem übereilten Mittagessen in einen wunderschönen aber sehr langsamen Restaurant sind wir wie immer in Eile durch die Stadt gezogen, konnten uns aber schon mal einen guten Überblick verschaffen. Mal sehen, was wir in den nächsten Tagen noch an Schönheiten entdecken werden.

Phantastisch war zum Beispiel auch das Geschäft eines Steinkannenmeisters. Steinkannen haben im Gegensatz zu Tonkannen den Vorteil, dass man nicht immer nur ein und denselben Tee darin zubereiten kann. Leider war die Auswahl nicht so groß, so dass wir nur für unser Büro eine Kanne ergattern konnten.

Der Steinkannenmeister - man beachte auch den kunstvollen Tisch!

Gravur unserer Steinkanne

Wir sind heute Nachmittag bei einem Schüler unseres Teemeisters gewesen, der sich nur auf Pu Er Tee spezialisiert hat, ein wunderbares Geschäft :-) . Er fährt jedes Jahr für mehrere Monate nach China um die Pu Er Tees selber zu produzieren. Unsere Pu Ers aus Wuliangshan stammen beide von ihm! Er hat sich sehr viel Zeit genommen und uns einen ausführlichen Vortrag gegeben. Den werde ich hier auch noch einmal posten.

Danach hat er uns sehr viele  Pu Er Tees probieren lassen. Dabei war ein Tee aus dem Jahre 1973, eine wirklich seltene Spezialität, die dort nicht jeder bekommt. Der Geschmack war schön gereift mit Kampfernoten, Trockenobst…. Aus diesem Tee kann man sehr viele Aufgüsse machen und jeder ist einfach anders. Zu kaufen gab es ihn leider nicht.

Pu-Er-Verkostung

Gekauft haben wir aber einen in Bambus gerösteten und gelagerten Pu Er aus dem Jahre 2008.

Signierter Bambustee wechselt gerade seinen Besitzer

Eine große Pu Er-Auswahl

Die Blätter von den Teebäumen, von denen Pu Er geerntet wird, können riesig werden. Die unten abgebildeten sind bis zu 13cm lang. Für unsere Tees werden allerdings nur die frisch gesprossenen verwendet, die wesentlich kleiner sind.

So groß können Teeblätter werden

Morgen gibt es wieder eine Pu Er-Schulung im berühmten Wistaria Teahouse und anschließend geht es beim Meister mit Oolong weiter. Wir sind sehr gespannt!

Viele Grüße aus dem schönen Taipeh

Henning und Kristina Schmidt

Oolongproduktion, Fernsehteam, Teepflückerinnen, Taiwanstrauch, Dong Ding, Teesamenöl, Hochland

Samstag, 15.10.2011

Liebe Teefreunde,

wir konnten unseren Oolongtee vollenden. Der süße, blumige Duft der Teeblätter liegt uns immer noch in der Nase und sogar unsere verschwitzte Kleidung von den Tagen duftet phantastisch nach Tee!

Erst wenn man die Herstellung so weit mitgemacht hat, kann man den komplexen Produktionsablauf wirklich nachvollziehen. Es ist uns sehr bewusst geworden, dass in einem guten Oolong sehr viel Arbeit und Erfahrung von Jahrzehnten steckt. Die Arbeit, die wir mit gut 20 Leuten und der Hilfe des Teebauern und Rollmeisters gemacht haben, machen sonst nur drei Arbeiter – und sie verarbeiten dann die doppelte Menge Tee!

Ein wenig wurden wir aber auch von unserer Arbeit von einem Journalisten und einer Dame vom Fernsehen abgehalten, die unsere unbeholfenen Teeverarbeitungsversuche festgehalten und einige von uns interviewt haben. Als wir zwei Tage später auf dem Weg zum Dong-Ding-Gebirge zufällig Teepflückerinnen bei der Arbeit sahen und aus dem Bus stürmten, um sie zu fotografieren, waren sie nicht weiter überrascht, denn sie hatten schon im Fernsehen gesehen, dass eine Gruppe von teebegeisterten Langnasen in Taiwan unterwegs ist.

Teepflückerinnen

Einen Tag zuvor, also zwischen unserer Oolongproduktion und dem Treffen der Pflückerinnen, waren wir zum Mittagessen in den Bergen und waren anschließend spontan über eine sehr lange und sehr hohe Hängebrücke (!) gegangen. Fotos haben wir leider nicht geschossen, da einer (Henning) vorsichtshalber nicht mitgekommen ist und die andere (Kristina) beide Hände zum Festhalten brauchte. Sobald wir von den anderen Fotos bekommen haben, werden wir sie hier nachreichen. Das Tollste daran war aber, dass wir auf der anderen Seite der Brücke zufällig taiwanesische Ur-Teebüsche (Taiwan Shan Cha) entdeckten. Auf Taiwan gibt es fast nur noch Sträucher, die aus China eingeführt wurden, und dieser Fund war auch für unseren Teemeister eine Überraschung!

Und gestern nun waren wir im Dong-Ding-Gebirge. Es gibt phantastische Tees hier, nur wird es immer schwieriger sie zu finden, da Dong Ding so berühmt ist, dass sich auch “schlechte” Tees gut verkaufen lassen. Wir waren allerdings bei einem Teebauern, der noch traditionell herstellt und bei ihm durften wir einen köstlichen, 30 Jahre alten Oolong verkosten.

Bei diesem Bauern haben wir auch zwei Flaschen Teesamenöl bestellt. Die Samen lagen noch bei ihm auf dem Hof zum Trocknen ausgebreitet und waren noch nicht zu Öl verarbeitet, so dass wir wohl in einem Monat die Flaschen bekommen werden. Er versicherte uns, dass er während der Pressung nicht von der Presse weicht, damit sein Öl nicht mit dem von anderen Bauern gepantscht wird. Dieses Öl kann man sehr gut für die Salatzubereitung verwenden und auch pur soll es sehr gesund sein. Mal sehen, wie es ganz frisch schmeckt!

Teesamen

Anschließend sind wir ins Hochland gefahren und haben einen “Spaziergang” in den Bergen gemacht. Egal welche Pflanze am Wegesrand wächst, man kann sicher sein, dass unser Teemeister weiß, wie sie heißt und wichtiger noch, ob man sie essen kann. Selber essen und andere mit Essen zu versorgen scheint neben Tee seine größte Leidenschaft zu sein. Ein sehr sympathischer Mann…

Es ist unvorstellbar, wie an diesen steilen Hängen Tee gepflückt wird.

Man kann es nicht so gut erkennen, aber es geht hier fast senkrecht runter!

Als es zu regnen anfing, sind wir vorsichtshalber umgedreht. Wir waren aber schon so weit gegangen, dass wir auf dem Rückweg alle pitschepatschenass geworden sind. Aber unsere Reiseführerin hat uns mit Longanmelassehäppchen versorgt, die wärmen und die innere Feuchtigkeit vertreiben sollen, so dass sich wohl keiner erkälten wird.

Das alles haben wir am nächsten Morgen geschrieben. Jetzt müssen wir uns beeilen, damit wir beim Frühstück noch einen heißen Tee bekommen. Heute abend sind wir wieder in Taipeh und können wahrscheinlich vom kommenden Tag berichten.

Oolongherstellung in Mingjian

Freitag, 14.10.2011

Wir hatten hier die einmalige Möglichkeit einen Taiwan Oolong mit zu produzieren. Wir waren im Mingijan Teeanbaugebiet und haben die Produktion über 24 Stunden begleitet.

Uns ist es – natürlich zusammen mit unserem Teemeister und dem Teebauern – gelungen einenwirklich besonderen Oolong herzustellen. Wir waren bei allen Schritten der Produktion dabei und haben so gut wir konnten mitgeholfen. Die Nacht war sehr kurz (4 Stunden), da der Tee nicht auf uns gewartet hat. Eigentlich wäre die Nacht noch etwas kürzer gewesen, aber da nach der Ruhephase der Tee in heiße Trommeln und in die Rollmaschinen kommt, durften wir vorsichtshalber sowieso nur zusehen und so hatte der Teebauer schon mit der Arbeit begonnen, als wir noch bei unserem Frühstückssandwich saßen…

Wir werden wohl auch etwas von diesem Langnasen-Oolong 2011 mit nach Hause bringen.

Hier schon einmal die ersten Bilder. Eine ausführliche Beschreibung wird es nach unserer Heimreise geben.

Viele Grüße aus dem wunderschönen, warmen Taiwan

Henning Schmidt

Von diesen Büschen wurde unser Tee geerntet

Vorbereitung der Sonnenwelkung

Umfüllen des Tees in Bambuskörbe

Auf dem Bild nur am Rande zu sehen, aber hier kommt der Tee nach dem Welken in die großen Trommeln

Man kann es auf dem Bild fast nicht sehen, aber hier kommt der Tee nach dem Welken in die Trommeln